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Judo - Allgemeines zum Judo Sport

Was ist Judo?

Judo ist trotz seines Kampfsport-Charakters auf 2 pädagogischen Grundsätzen aufgebaut:Bild: Schriftzeichen für Judo

  1. »Seiryoku Zenyo«
    (möglichst wirksamer Gebrauch der körperlichen und geistigen Kräfte)
  2. »Jita Kyoei«
    (Wohlergehen für alle durch gegenseitiges Helfen und Verstehen)

Regelmäßiges Judotraining erzieht zu Selbstvertrauen, Rücksichtnahme sowie schnellem Handeln und ist ein ideales Fitnesstraining! Die körperliche Auseinandersetzung mit dem Partner (nach strengen Regeln) formt Charakter und Persönlichkeit, fördert Konzentration und Wohlbefinden und dient der Erhaltung des seelischen Gleichgewichts. Judo bedeutet »lernen durch fühlen« oder »mit dem Körper begreifen«.

Der Judo-Sport basiert auf japanischer Kultur und Philosophie. Ein Judo-Prinzip heißt »Siegen durch Nachgeben«.

Historie

Geschichtlicher Hintergrund

Um das eigentliche Wesen einer Kampfsportart gegenüber anderen verstehen zu können sollte man über die wichtigsten entwicklungsgeschichtlichen Stationen informiert sein.

  • Indien oder China ist das Ursprungsland der Jiu-Jitsu (Dschiu-Dschitsu) des Vorläufer der Sportart Judo. Gesichert ist, dass diese Kriegskunst nicht japanischen Ursprungs ist.
  • 3 000 v. Chr. begann mit der Einwanderung der Ainu-Menschen vor allem von Zentralchina her, die Besiedlung und Geschichte Japans. Das hatte zur Folge, dass Japan unter starkem chinesischem Einfluss stand. So soll China auch das Jiu-Jitsu (Dschiu-Dschitsu) an Japan weitergegeben haben.
  • In der Sengoku-Zeit (1467-1590) erreichten die antiken japanischen Zweikämpfe wie Chikara Kurabe (Sportlicher Wettkampf) und Sumo-Sumaw (Schulung der Kriegskunst) die höchste Blüte. Sie enthielten schon die Grundlagen des späteren Jiu-Jitsu.
  • In der Tokugawaperiode (1600-1868) und zwar um das Jahr1650 gelangte das Jiu-Jitsu von China aus nach Japan. Dort wurde es von der Kaste der Samurais in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von den anderen Kampfsportarten getrennt und zu hoher Blüte entwickelt.
  • In der Meiji-Zeit (1868-1917), der Zeit der Reformationen, verlieren die Samurais ihre Rechte und diese „Kunst“ gerät somit in Vergessenheit.
  • Dem Deutschen, Geheimrat Dr. Erwin Bälz aus Bietigheim, gelingt es in der Zeit von 1876-1902 das Jiu-Jitsu an der Universität von Tokio einzuführen.
  • Einer seiner Studenten, Jigoro Kano (1860-1939), fasst die besten Techniken der Tenij-Shinyoryu und der Kito-Ryu Schule zu einem neuen System zusammen, das er zunächst Jiudo (Judo) nennt und dem er ethische, geistige und pädagogische Prinzipien zugrunde legt.
  • 1882 gründet Kano zum Studium seines neuen Kampfsystems die erste Judoschule, die er Kodokan nennt.
  • Der Siegeszug um die Welt findet seine Krönung in der Aufnahme von Judo in das olympische Programm anlässlich der olympischen Spiele von 1964 in Tokio/Japan.

Wesensmerkmale des Judos

Um Judo zu verstehen, muss man es gegenüber anderen Kampfsportarten wie z.B. Ringen, Boxen, Karate u.s.w. abgrenzen. Fragt man nach dem Unterschied zwischen den Systeme, so ist dieser fraglos darin zu suchen, dass z.B. bei Ringkämpfern westlicher Prägung (griechisch-römisches Ringen) sehr oft die athletische Körperkraft im Vordergrund steht um den Gegner zu besiegen, während im Gegensatz dazu im Judo versucht wird die Kraft des Partners auszunützen um den Sieg zu erringen. Die Schlagtechniken (Atemi-Waza) wie sie im Karade, Taekwon-Do oder Boxen üblich sind, sind im Judo verboten, da sie den Partner verletzen könnten.

Während man in den vorher genannten Kampfsportarten in der Regel vom "Gegner" spricht, ist im Judo eigentlich mehr vom "Judopartner" die Rede. Dies drückt sich auch in den zwei Grundprinzipien des Judos aus, die das eigentliche Wesen dieser Kampfsportart prägen.

  1. Das Prinzip der größten Wirksamkeit (Sei-Royoku-Zen-Yo)
    Man versteht darunter den Grundsatz des möglichst wirksamen Gebrauchs von Geist und Körper zur Erreichung eines Zieles.
  2. Das Prinzip der allg. Wohlfahrt (Ji-Ta-Kyo-Ei)
    Man versteht darunter den Grundsatz des gegenseitigen Helfens und beiderseitigen Wohlergehen.

Geschichte und Prinzipien des Judo

Geschichtliche Entwicklung des Judo

Wurzeln

  • Kriegerische Auseinandersetzungen
  • natürlicher Trieb des Kräftemessens
  • kultisch-religiöse Riten

Erste Überlieferungen

  • ca. 2500 v. Chr., Ägypten Wandzeichnungen u. Papyrusrollen
  • 709 v. Chr. (18. Olympische Spiele) Wettkämpfe im Ringen

Sog. ursprüngliche Zweikampfsportarten

  • Schwingen
  • Glima
  • Sumo

Ursprünge des Zweikampfes in Japan

  • ca. 70 v. Chr. Erstes geschichtlich belegtes Ergebnis
  • Kämpfe an den Höfen "Bu-Gi" = Kriegskunst und "Kyo-Gi" = Wettbewerb
  • Entwicklung der Kampfkünste wird durch die kriegerischen Auseinandersetzungen stark beeinflusst.
  • Ca. 16. Jh. Einführung des Gewehres
  • Zweite Hälfte des 16. Jhs.: Ju-Jutsu wird als eigenes System unterrichtet.
  • 1603-1668 (Edo-Zeit) Waffenverbot am Hofe, dadurch entwickelten sich die waffenlosen Zweikampfarten. Es entstanden mehr als 100 Schulen mit mehr als jeweils eigenen Techniken und Lehrmethoden (Denshos=Merkbücher)
  • 1868 Meji-Restauration
    Abschaffung der Feudalherrschaft und damit der Macht der Adligen mit ihren Söldnern (Samurai)
  • Gleichzeitig erfolgte eine kulturelle Wandlung in Japan d.h. Öffnung zur Welt, einhergehend mit einer Verachtung des Einheimischen und damit auch der Niedergang des Ju-Jutsu

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